Kötergedanken

Kötergedanken Oder: Wie der Herr, so das Geschirr Ich war gerade wieder mit meinem Köter draußen. Ja, ich weiß – „Köter“. Darf man das sagen? Sagt man das noch? Ich denke kurz nach und korrigiere mich selbst: Scooby Doo ist doch kein Köter! Doch. Ist er. Zumindest im übertragenden Sinn. Denn „Köter“ ist kein fest …

Zu schnell fürs Leben

oder Momente die wir verpasst haben Es gibt Stimmen, die behaupten, es sei gut, abends vor dem Zubettgehen noch einmal zu reflektieren: Wie war der Tag? Was habe ich erlebt? Wofür bin ich dankbar? Diese Form der Rückschau ist nicht nur in der Paartherapie sinnvoll. Auch nach einem Streit ist es manchmal heilsam, sich vor …

Der Telefonjoker

Drücken Sie die 1 für Wahnsinn” Ein Brief vom Jobcenter. Betreff: Bankverbindung prüfen. Na gut. Klingt machbar. Oben rechts: ein Name. Unten links: eine Telefonnummer. Ich rufe an. Logisch. Die 0 für die Zentrale. Automatendame bittet mich: „Drücken Sie die 1 für Zahlungsangelegenheiten.“ Ich gehorche. Dann spreche ich meine Kundennummer ins Leere. „Die voraussichtliche Wartezeit …

Grillgut beim Sultan

oder: Wenn Selbsthilfegruppe auf Fleischwurst trifft Heute bin ich tatsächlich mal etwas länger liegen geblieben. Die Medikamente tragen nicht unerheblich dazu bei, dass man sich zwischendurch einfach platt, schlapp und müde fühlt – körperlich wie geistig. Zum Glück ist meine Tagesstruktur im Moment nicht straff getacktet. Ich muss mich nicht über unerledigte To-dos ärgern. Keine …

Das Grillfest

Oder in einem ersten Satz: Scooby wurde mir entzogen. Nicht etwa wegen echter Gefährdung, sondern weil ich – so die amtliche Meinung – nicht in der Lage sei, meinen Hund zu versorgen. Versteht mich nicht falsch: Ich habe Verständnis für nachbarschaftliche Sorgen. Aber Verständnis für diese Maßnahme? Ganz sicher nicht. Denn wie es halt so …

Mein Scooby Doo

Wenn einer geht, und einer bleibt Also gut. Scooby ist nicht nur mein tierischer Begleiter, Ersatzkuschler und Gesprächspartner – nein, er ist tatsächlich auch ein Seelenheiler. Und ja, vieles lässt sich übertragen. Entschuldigt, wenn ich das immer wieder wiederhole, aber manche Dinge kann man nicht oft genug erwähnen. Vor allem, wenn sie tragfähig sind, wenn …

Peter und der Wolf

oder: Wenn Patienten auf Wanderschaft gehen Wie ist das eigentlich, wenn sich Patienten zusammentun? Kurzfassung: Es wird kompliziert, chaotisch, und – wenn man Glück hat – sogar ein bisschen menschlich. Wer meinen Garten Eden aus dem Text „Mit leiser Stimme zurück“ kennt, hat vielleicht noch einen Funken Empathie übrig. Die Rückmeldungen deuten jedenfalls darauf hin. …

Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen – oder wie man lernt, Löcher in die Wand zu starren Vor Kurzem stand ich tatsächlich bei einer kirchlichen Einrichtung auf der Matte. Nicht wegen einer spirituellen Erleuchtung, sondern um abzuklären, welche Hilfsmöglichkeiten es da draußen noch so gibt – für Leute wie mich, die nicht mehr alles mitmachen, aber auch nicht alles …

Mit leiser Stimme zurück

Zwischen Garten Eden und Affenkäfig Ein weiterer Aufenthalt in der Psychiatrie – notwendig, nicht willkommen Die letzten Wochen habe ich – mal wieder – in der Klinik verbracht. Und ja, das war wichtig. Notwendig sogar. Aber bestimmt nicht freiwillig. Die Umstände meiner Einweisung? Sie war diesmal nicht dramatisch, nicht spektakulär, aber: Man hätte sie vermeiden …

Hinter der Fassade

Wer ist Aaron B. Sylva? Ein Neuanfang mit altem Gesicht Eigentlich heiße ich ganz anders. Und eigentlich kennen mich viele in Deutschland sogar unter meinem echten Namen. Warum also plötzlich dieser neue Name – „Aaron B. Sylva“? Vielleicht fange ich einfach mal vorne an. Ich bin 52 Jahre alt, Vater von vier wundervollen Kindern, zweimal …