Der Kreis schließt sich ungut

Der Kreis schließt sich ungut

Für alle, die Statler und Waldorf nicht kennen: Das sind die beiden alten Meckerer aus der Muppetshow, die auf dem Balkon sitzen und jede Vorstellung in Grund und Boden kommentieren – klug, bissig, und doch irgendwie charmant.

Wer mal sehen will, wie genial das Leben Doubletten produziert, sollte auf meinem YouTube-Kanal @aaronbsylva vorbeischauen.

Denn was ich heute erzähle, hat mindestens Muppet-Niveau – nur ohne Puppen. Leider.

Und so schließt sich der Kreis – ungut. Die letzten drei Jahre sind mehr oder weniger erzählt. Weitere öffentliche Postings zu den Highlights der Abgründigkeit müssen nicht wiedergekäut werden. Die „Wanted“-Artikel zu Exfrau, Bella oder „dat Irmgard“ gehören ins Kapitel: „Ironisch aufzeigen, was für eine Störung da auf der anderen Seite so vor sich hin stolpert.“

Inzwischen völlig uninteressant – zumindest, wenn man bei sich selbst angekommen ist.

Wirklich spannend ist eher die Nummer mit den beiden Muppetshow-Kandidaten – Statler und Waldorf, wobei man sie ehrlicherweise auch Böse und Blöd nennen könnte. Das seinerzeit regierende Führungsduo meiner japanischen Arbeitsstätte.

Wer meint, der sabbernde Köter von Personalchef sei das Mastermind des inszenierten Psychoterrors gewesen, irrt gewaltig. Der war nur das ausführende Organ. Ein williger Schlumpf, der ausführte, weil der Boss – Mr. Blöd – selbst nie Entscheidungen traf. Weder vorgab, noch revidierte. Dafür brauchte es stets den großen Boss: Mr. Böse – eine lebendige Mischung aus passiv-aggressivem Charisma und durchgängigem Desinteresse.

Er herrschte still, aber effektiv – mit der kalten Effizienz eines Menschen, der nicht zuhört, sondern plant, wann er dir den Teppich unter den Füßen wegzieht.

Interessant wurde es, als ich ihn meiner Freundin Bella als Problemlöser empfahl – „Sprich mal mit ihm, er ist eigentlich okay“ – und er dann plötzlich den Menschenfreund mimte. Bis zu dem Moment, als ich auf der Weihnachtsfeier mit meiner heiß geliebten Büroflamme nach Hause gehen wollte.

Ich hatte keine Lust mehr auf die Flirtereien der Kollegen. Kein Bedarf an weiteren alkoholgetränkten „zufälligen“ Berührungen unter künstlichem Mistelzweig.

Ich wollte einfach mit ihr raus – beendete kurzerhand das flirtige Gespräch zwischen ihr und Mr. Böse – und da wurde es wohl persönlich.

Ob er sich in sie verguckt hatte? Wer weiß das schon. Vielleicht war das der Grund, warum ab dann jede Lappalie meinerseits zur Katastrophe umdeklariert wurde. Vielleicht war es verletzte Eitelkeit. Oder einfach nur – sagen wir es, wie es ist – Dummheit in Führungsposition.

So oder so: Blöd brauchte Böse, und Böse brauchte ein Ventil.

Wer meine bisherigen Blogeinträge kennt, der weiß: Dieses Ventil hat lange funktioniert – mal zischend, mal dampfend, mal leise pfeifend zwischen den Zeilen.

Was hier über Monate entstanden ist, war nicht nur ein Rückblick auf persönliche Abgründe, sondern auch eine Art öffentliches Reparaturprotokoll: beschädigte Beziehungen, toxische Machtspiele, emotionale Übergriffe – und mittendrin ein Mensch, der lange glaubte, das alles irgendwie auszuhalten.

Aber irgendwann reicht’s. Und genau dort beginnt die eigentliche Geschichte.

Denn was bisher hier als Momentaufnahme erschien, war nur der sichtbare Teil. Der Vorhof zur Tiefenbohrung.

Weitere Katastrophen, groteske Zwischenfälle und personifizierte Abgründe meiner früheren Vergangenheit – inklusive absurder Therapiesitzungen, narzisstischer Beziehungsexzesse, bürokratischer Wahnsinnsmomente und der einen oder anderen „Polizeibegleitung“ – werden selbstverständlich in aller Ruhe seziert.

Detailreich, ungeschönt und mit einem satirischen Skalpell aufbereitet – in meinem demnächst erscheinenden Buch.

Ein Werk zwischen Abrechnung und Selbsttherapie. Zwischen schwarzem Humor und echter Selbstbefreiung.

Der Titel ist noch nicht final gefunden – wird aber selbstverständlich hier entsprechend veröffentlicht.

Und ja – auch wenn der Fokus langsam in Richtung Buch rückt, geht es hier weiterhin weiter.

Mit gelegentlichen Einblicken, neuen Alltagsgeschichten, Seitenhieben und Momentaufnahmen.

Denn das Leben schreibt, wie immer, die besten Nachträge.

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