Drücken Sie die 1 für Wahnsinn”
Ein Brief vom Jobcenter.
Betreff: Bankverbindung prüfen.
Na gut. Klingt machbar.
Oben rechts: ein Name.
Unten links: eine Telefonnummer.
Ich rufe an. Logisch.
Die 0 für die Zentrale.
Automatendame bittet mich: „Drücken Sie die 1 für Zahlungsangelegenheiten.“
Ich gehorche.
Dann spreche ich meine Kundennummer ins Leere.
„Die voraussichtliche Wartezeit beträgt 10 Minuten.“
Klar.
Ich schalte auf Lautsprecher, hole mir ein Brot. Honig drauf.
Dann noch eins. Vielleicht auch ein drittes.
Im Hintergrund: Wartezimmermusik mit Karrieretipps.
„Wussten Sie schon, dass wir auch Ihr neuer Arbeitgeber sein könnten?“
Ich kaue und nicke innerlich: Ja, wusste ich.
Nach knapp zwölf Minuten dann:
Knack. Rauschen. Verbindung.
Ein Mann in der Leitung:
„Was kann ich für Sie tun?“
Ich beginne höflich:
„Hallo, guten Tag, es geht um folgendes…“
Bankverbindung. Abgleich. Laut Schreiben.
Seine Antwort:
„Solange Sie beim Jobcenter sind, bekommen Sie kein Geld.“
Stille.
Mein Hirn stolpert.
„Wie bitte?“
Ich hake nach. Erkläre, dass das Jobcenter selbst mich angeschrieben hat.
Er wird ruhiger.
Fragt Name, Adresse, Geburtsdatum.
Ich antworte korrekt.
Dann frage ich:
„Kennen Sie Herrn XXX? Der steht auf dem Schreiben als Sachbearbeiter.“
Er kennt ihn nicht.
Er kennt überhaupt niemanden.
„Sie sind hier bei der Arbeitsagentur.
Für Jobcenter-Anliegen sind wir nicht zuständig.“
Natürlich nicht.
Warum auch?
Ich hatte mich ja fast an so etwas wie Logik gewöhnt.
Er sucht eine Nummer für mich raus.
Sagt noch:
„Schönen Tag.“
Ja. Sicher.
Ich geh jetzt erstmal mit Scooby raus.
Frische Luft ist kostenlos. Noch.
Behördenkontakt, Staffel 7, Episode 34: Ich gegen das Telefonsystem.
Bis zur nächsten Folge.
