Ein tierischer Freund

Scooby Doo – Wie ein Hund zum Therapeuten wurde

„Ich will euch von Scooby Doo berichten. Die Geschichtsschreiber der Region werden mich einen Lügner nennen. Aber Geschichten werden von jenen geschrieben, die ihre Helden gehängt haben.“

– Braveheart

Wenn das Herz bricht

Die Königin meines Herzens hatte mich ohne ein einziges erklärendes Wort verlassen – einfach so. Was blieb, war ein Loch. Kein kleines, sondern ein riesiges, schwarzes Vakuum, das alles verschlang: Hoffnung, Vertrauen, Orientierung. Ich war mir sicher gewesen, meinen Hafen gefunden zu haben. Und wenn man den einmal hat – dann bleibt man doch, oder?

Doch da stand ich nun. Einsam. Verloren. Und vor allem: zutiefst verletzt. Die Psyche? Ein Wrack. Ich versuchte, mit Hilfe unzähliger psychologischer Theorien Klarheit zu gewinnen. Narzissmus, Co-Abhängigkeit, Beziehungssucht… Nichts half gegen diesen dumpfen, stetigen Schmerz. Vertrauen? Gebrochen. Zuneigung? Verdächtig. Selbst große Filmepen boten zwar Trost in Form emotionaler Spiegelungen – aber sie konnten meine Leere nicht füllen.

Tierisch gute Idee?

Irgendwann erinnerte ich mich: Ich war doch immer ein Tierfreund gewesen! Aufgewachsen mit einem Hund an meiner Seite. Vielleicht, dachte ich, ist ein neues, pelziges Familienmitglied genau das, was ich jetzt brauche? Kein Mensch mit wechselnden Emotionen, sondern ein loyaler Begleiter, bedingungslos und authentisch.

Nach reiflicher Überlegung, ob ich einem Tier in meinem damaligen Zustand überhaupt gerecht werden könnte, machte ich mich auf die Suche. Labrador? Golden Retriever? Vielleicht sogar ein Collie? Hauptsache freundlich, familiengeeignet und mit sanftem Gemüt. Und am besten sofort verfügbar.

Der Weg zur Bucht

eBay Kleinanzeigen erschien mir als schneller, unkomplizierter Weg. Dort fand ich tatsächlich einen Eintrag: Zwei Labrador-Welpen zu vergeben. Ich schrieb sofort. Die Antwort kam prompt: „Kommen Sie in die Nähe von Kölle, Adresse gibt’s vor Ort.“

Etwas stutzig, aber neugierig, fuhr ich los.

Die Adresse? Ein Containerwohnheim. Ich war perplex, aber dachte mir: “Okay, anschauen kann ich es mir ja mal.”

Eine Frau, die kaum Deutsch sprach, öffnete mir. Sie zeigte mir einen winzigen Welpen – kaum vier oder fünf Wochen alt. Den zweiten Welpen? Gerade verkauft.

Verantwortung statt Impulskauf

Mein Herz blutete. Der Welpe war viel zu jung, viel zu hilflos. Ich bedankte mich freundlich, verließ den Ort – und rief sofort das Veterinäramt. Wenn hier Tiere in Not waren, wollte ich nicht wegsehen.

Kurze Zeit später kam die Rückmeldung: Acht Welpen, alle etwa fünf Wochen alt, wurden aus der Anlage geholt. Alle krank, alle unter Quarantäne.

Keine Happy-End-Story. Aber zumindest eine gute Entscheidung, nicht aus Mitleid zu handeln, sondern mit Verantwortung. Und ein kleiner Schritt in Richtung Heilung – nicht nur für mich.

Fazit

Die Suche nach einem Hund war nicht bloß eine Laune, sondern Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach Trost, Beständigkeit und Liebe. Auch wenn ich an diesem Tag keinen tierischen Therapeuten fand, wurde mir etwas klar: Heilung beginnt oft mit einem Nein – zu Impulsen, zu Mitleidskäufen, zu falschen Wegen.

Scooby Doo? Den werde ich vielleicht noch finden.

Und tatsächlich – so viel sei an dieser Stelle verraten: In einem anderen Kapitel – einem neuen Blog – wurde Scooby Doo gefunden. Und er war alles, was ich gebraucht habe.

Nur anders, als ich es mir je hätte vorstellen können.

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