Die Gasfabrik

Die Gasfabrik

oder: Wenn du im Kessel sitzt – und alle legen Feuer nach.

Wahnsinn. Ich erinnere mich an die Worte einer Exfrau, die einst von ihrem Vater zu hören bekam:

„Mädchen, dir wird nicht nur eine Lampe angehen – dir wird eine ganze Gasfabrik explodieren, so eine Erleuchtung wirst du haben.“

Nun – explodiert bin ich gestern nicht.

Und Erleuchtung im Sinne der Kirche hatte ich auch nicht.

Ganz im Gegenteil: Man möchte manchmal eher vom Glauben abfallen.

Aber nach dem Lesen der jüngsten Presseberichte über mich …

Ja, da wurde plötzlich einiges glasklar.

Denn: Was mir in den letzten Monaten an Zusammenhängen entging, was in der Isolation diffus und kaum greifbar war,

das beginnt sich jetzt zu fügen – wie ein Mosaik, das man lange nur aus der Nahaufnahme kannte.

Ein Hinweis vorab:

Wer mein Facebook-Profil kennt, weiß:

Ich beschäftige mich mit Kommunikation und Psyche – mit ihren Erscheinungsformen, ihren Verzerrungen und ihren Darstellern.

Ich teile, ich verarbeite – und ich verarbeite durchs Teilen.

Lange dachte ich, es sei nur durch die Sprache der Bilder möglich, Emotionen zu transportieren.

Heute weiß ich: Es braucht Klartext, um ein Ziel zu erreichen.

Die mir immer wieder zugesprochene künstlerische Ader mag vorhanden sein – ja.

Probleme des Lebens mit Kunst zu dokumentieren, überlasse ich jedoch den Kabarettisten und Komödianten.

Und inzwischen kommentiere ich auch, was ich teile –

mal sarkastisch, mal bitterernst,

oft satirisch,

und gern mit einem Funken Trotz.

Emotion ist für mich kein Defizit. Sie ist mein Werkzeug.

Manchmal ein Skalpell.

Manchmal ein Anzeiger.

Natürlich wird sich immer wieder mal der eine oder andere in meinem Blog angegriffen fühlen.

Das ist nicht meine Absicht.

Aber ich nehme auch nicht mehr hin, was in den letzten Monaten salonfähig geworden ist:

Die öffentliche Pathologisierung. Die mediale Zerlegung. Die ständige Frage: Was hat er denn jetzt schon wieder?

Als wäre ich ein krankes Stück Vieh, das man bequem aus der Herde stößt, sobald es unruhig wird.

Als ginge es hier nicht um Ursachen, sondern nur um die passende Überschrift.

Nein.

Es ist Zeit, die Dinge im Weitwinkel zu betrachten.

Was hier passiert, ist keine Selbstverteidigung.

Es ist ein Perspektivwechsel.

Denn wer nur auf die Rauchwolken zeigt,

aber nie fragt, wer die Funken gesetzt hat,

der wird auch nie verstehen,

wie eine Explosion entsteht.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere auch an das Bild vom „Arschengel“, wie es Robert Betz so freundlich nennt.

Die, die dir das Leben schwer machen – angeblich nur, damit du daran wächst.

Man bedankt sich dann artig:

„Danke für die Lektion, die ich gelernt habe.“

Klingt nett. Fast spirituell.

In Wirklichkeit aber oft ein diplomatisches „Verpiss dich mit Stil“.

Und gut – wenn ich ehrlich bin:

Ja, vielleicht habe auch ich etwas gelernt.

Über Menschen. Über Macht.

Über Presse, Propaganda – und wie schnell aus Wahrnehmung Wirklichkeit wird.

Aber dann bitte:

Lektion erkannt, Falle gebannt.

Und in Zukunft gerne vermeiden, nicht wiederholen.

Hoffentlich.

Denn was ihr bis hierhin gelesen habt,

war nur das Vorspiel.

Die eigentliche Geschichte beginnt im nächsten Block.

Dort, wo Namen fallen.

Dort, wo Strukturen sichtbar werden.

Dort, wo aus Rauch endlich Klartext wird.

Bleibt also dran –

es wird nicht leiser.

Nur ehrlicher.

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