Wenn Gefühle Wege zeichnen
Eine persönliche Kolumne über Bipolarität, Intelligenz, Vorurteile – und einen Neuanfang
Es reicht.
Nach einer blockierten Webpräsenz, technischen Hürden und gesellschaftlicher Engstirnigkeit starte ich neu – mit ein paar klaren Worten.
Bipolar zu sein heißt nicht, verblödet zu sein. Punkt.
In der Spannbreite dieser Diagnose gibt es, wie überall, alles: Menschen mit kognitiven Einschränkungen, aber eben auch Hochbegabte. Manche nennen Johnny Depp – ich nenne ihn als Beispiel.
Ich selbst? Kein Schauspieler. Aber aus einer Familie voller Ärzte, Theologen und Unternehmer. Ich war selbst viele Jahre beruflich erfolgreich. Also bitte: Unterlasst es, meine Intelligenz infrage zu stellen, nur weil ich eine psychiatrische Diagnose habe.
In den letzten Monaten ist viel passiert. Viel Verletzendes. Vieles, was sich unter dem Deckmantel von „Hilfe“ oder „Korrektur“ verbarg, aber ohne Dialog und mit erschreckender Ignoranz daher kam.
Eine Politikerin sagte kürzlich: „Die Politik hat ein Logikproblem.“
Ich sage: Die Gesellschaft hat ein Kommunikationsproblem. Und beides zusammen erzeugt diese Misstöne, dieses ewige Missverstehen.
Deshalb dieser Blog.
Herz-Kurven ist kein Mitleidstagebuch.
Es ist ein Ort, an dem ich meine Geschichte erzähle – ehrlich, manchmal wütend, oft sarkastisch, gelegentlich mit einem Augenzwinkern, aber immer mit dem Ziel, aufzuklären.
Ich will zeigen, was es wirklich heißt, mit einer bipolaren Erkrankung zu leben.
Wie Gesellschaft, Institutionen und selbst Angehörige damit umgehen.
Und wie schnell man abgestempelt wird – immer mit Fokus auf das „Defizit“.
„Niederschwelligkeit“, wie sie so gerne sagen. Ich sage: Oberflächlichkeit.
Natürlich schütze ich die Privatsphäre meiner Familie. Namen werden hier nicht genannt – aber das Thema Angehörige ist zentral. Denn wer psychisch krank ist, lebt nicht im luftleeren Raum.
Ich lege Wert auf Offenheit.
Auf Differenzierung.
Und darauf, dass man den Unterschied erkennt zwischen einer Diagnose – und einem ganzen Menschen.
Langsam beginnen sich Dinge zu bewegen.
Mein Oberarzt hat den ersten Schritt gemacht. Zwei vertraute Personen ziehen nach.
Ich harre der Dinge – aber ich hoffe.
Und ich schreibe.
Nicht, weil ich mein Leben gerne öffentlich ausbreite. Sondern weil ich es leid bin, in Schubladen gesteckt zu werden.
Weil es Zeit ist, dass Institutionen endlich selbst dazulernen.
Und weil ich, wenn es sein muss, auch bereit bin, The Stage zu betreten – Fernsehen inklusive. Kontakte habe ich. Glauben Sie mir.
Herz-Kurven wird datenschutzrechtlich sauber aufgesetzt und rechtlich abgesichert sein.
Das hier ist nicht Therapie – es ist Ausdruck.
Und vielleicht ein kleines Stück Selbstermächtigung.

