(Lach – ich hör sie schon.)
Falls Bella das hier überhaupt liest, wird sie vermutlich sagen:
„Aber, aber – die Tessa! Und das war doch alles ganz anders!“
Nein, das stimmt schon so. Aber was Tessa betrifft, hat sie nicht ganz unrecht.
Um’s mal ganz deutlich zu sagen: Ich war in meinen langjährigen Beziehungen durchweg mit Frauen zusammen, deren Persönlichkeit – sagen wir – nicht immer in gesunden Bahnen verlief.
Manche Verhaltensmuster waren auffällig, andere schlicht destruktiv. Ob das nun pathologisch war oder nicht – ich bin kein Facharzt. Ich stelle keine Narzissmus-Diagnosen.
Dafür braucht es ohnehin etwas anderes: Eine Therapie, in der jemand bereit ist, seine gesamte innere Landschaft freiwillig auf den Tisch zu legen.
Was ich mir allerdings sehr wohl erlaube, ist eine Meinung.
Nach Jahren gemeinsamen Alltags – mit allem, was dazugehört: Höhenflügen, Krisennächten, Alltagstrott und emotionalen Ausnahmezuständen – entwickelt man ein ziemlich klares Gespür dafür, mit wem man es da eigentlich zu tun hat.
Und ich denke, nach so langer Zeit in diesen Beziehungen kann ich für mich sagen: Ich habe ein belastbares Bild vom Wesen meiner damaligen Partnerinnen. Nicht nur das, was sie gezeigt haben – sondern auch das, was darunter lag.
Denn eins ist auch klar:
Narzissmus in Beziehungen ist kein exklusives Beziehungsproblem.
Gesunde Menschen lassen sich auf toxische Konstellationen gar nicht erst ein – oder steigen frühzeitig aus.
Ich hingegen bin geblieben. Mehrfach. Und das sagt am Ende mindestens so viel über mich aus wie über sie.
Und wenn ich in den letzten Jahren etwas wirklich intensiv betrieben habe, dann das:
Mit ausreichend Abstand – und einem gewissen Maß an professioneller Neutralität – meine eigenen Geschichten zu durchleuchten.
Das gehört im Grunde zu jeder fundierten therapeutischen Ausbildung dazu.
Denn nur wer sich selbst wirklich verstanden hat, kann in der Begleitung anderer auf echte Erfahrungen und tiefere Erkenntnisse zurückgreifen – nicht nur auf angelesenes Wissen.
Wer das anders sieht – bitte. Jeder darf seine Meinung haben.
Aber ich lasse mir von niemandem mehr meine Sicht kaputtreden.
Und ich äußere sie auch ganz bewusst – klar, direkt und ohne Rückspultaste.
Was Tessa betrifft: Ja, auch eine große Baustelle.
Allerdings geht’s mir hier nicht vorrangig um irgendeinen Schnellkochtopf, der mal explodiert ist.
Sondern darum, sehr genau zu benennen, welche Dynamiken, Muster und stillen Sabotageakte über Jahre hinweg zum Vulkanausbruch geführt haben.
Spoiler:
Also ja – die Erfahrungen mit Tessa und Carolin, meinen Ex-Frauen, werden zur Sprache kommen.
Nicht aus Rache, nicht aus Groll.
Sondern weil sie ein Teil der Geschichte sind, die ich jetzt endlich erzählen darf – so, wie ich sie erlebt habe.
Aber vorerst geht es um den tiefen Fall.
Und den hat nicht nur das Leben organisiert – da war ein gewisses Management durchaus beteiligt.
Mit klaren Entscheidungen, fragwürdiger Empathie und einem Hang zur kollektiven Verantwortungslosigkeit.
