Drohnen, Bier und Freundschaft

Warum echte Begegnungen manchmal wichtiger sind als echte Namen.

Letzten Samstag lag ich auf meinem Sofa, nachdem ich zuvor mit meinen Eltern im Garten Kaffee getrunken hatte. Manchmal sind diese Gespräche anstrengend – gerne wird sich für Sichtweisen und Vergangenheiten gerechtfertigt.

Der Bitte, in diesem Blog meinen Klarnamen nicht zu verwenden, stieß auf wenig Einsicht meinerseits. Auch wenn das Impressum mit korrekten Angaben in einem privaten Blog nicht immer verpflichtend ist, sind für mich ein Stück weit Professionalität und Authentizität Voraussetzung, um meinen Gedanken und Erfahrungen eine Stimme zu geben.

Ich ließ Scooby also noch einmal im Garten zurück und überlegte, wann und mit wem ich mir das Drohnenspektakel in Düsseldorf ansehen könnte. Mein Sohn Alex hatte leider keine Zeit – war er wieder mit Arbeiten beschäftigt.

Es war bereits später am Abend, ich war noch zuhause, als es wieder einmal „Ping“ machte – mein Smartphone vibrierte.

Ich sah nach, wer da schrieb. Es war Eckhard.

„Mein Freund, wo bist du? Locke und ich sind in Düsseldorf. Hast du Lust, dazuzukommen?“

Eckhard ist ein erfolgreicher Geschäftsmann aus meinem Umfeld – immer viel beschäftigt, manchmal kaum zu erreichen, aber stets mit gutem Herz und festen Traditionen.

Locke, einer seiner engsten Freunde, den ich auch schon seit einer halben Ewigkeit kenne, war ebenfalls dabei.

Schnell war eine Verabredung auf dem Kirmesplatz ausgemacht, und ich verließ meine Wohnung.

In der Bahn Richtung Rummel fand ich anfangs noch einen Sitzplatz. Doch von Station zu Station füllte sich der Waggon mit allerlei fröhlichen Menschen und aufgebrezelten jungen Damen.

Anders als sonst in diesen warmen Monaten, in denen man vor Schweiß triefend die Fahrten im öffentlichen Nahverkehr über sich ergehen ließ, stiegen mir diesmal verschiedenste Düfte in die Nase: von fruchtig-herb über aufdringlich-süßlich bis hin zu sanft-erotisch.

Ich lächelte vor mich hin, beobachtete das Treiben in der Bahn und lauschte dem ein oder anderen motivierten Gespräch.

Kurz vor der Ankunft schrieb ich Eckhard, dass ich in zehn Minuten da sei – doch die Bahn staute sich. Offenbar sorgten die Menschenmengen für Verzögerungen beim Ein- und Aussteigen, sodass ich mich mit meiner Zeitangabe völlig verschätzt hatte.

„Mist“, dachte ich, als Eckhard mir schrieb:

„Wir sind an der Alpina-Bahn. Wo steckst du denn?“

„Ähm… steige gleich aus. Dauert nicht mehr lange.“

Durch die Lautsprecher tönte es in Dauerschleife:

„Bitte verlassen Sie zügig den Bahnsteig. Bitte nicht stehen bleiben. Bitte verlassen Sie zügig den Bahnsteig.“

Während sich die Menschenmassen in Richtung Kirmesplatz schoben.

Auf dem Platz war wegen der Lautstärke telefonieren kaum möglich – und so navigierten wir uns per Screenshot und Selfi-Fotos zueinander. Geschafft, ich war angekommen.

Nach kurzer, herzlicher Begrüßung ging unser kleiner Umzug dann los. Vorneweg Eckhard, dahinter mal ich, mal Locke – zwischen Frittenbude und Bierstand. Immer wieder tönte es von hinten:

„Eckhard, nun stress doch mal nicht so!“

Dieser versuchte regelmäßig zu motivieren:

„Komm, wer geht mit auf das Teil mit dem Schleudersitz hier?“

Locke und ich konterten lachend, dass uns sonst das Essen wieder hochkäme, würden wir seinem Drang in luftige Höhen zu steigen nachgeben.

So landeten die beiden im Verlauf des Rundgangs letztlich nur auf einer gemütlichen Raupe – die Alpina-Bahn hatten sie bereits ohne mich „abgefrühstückt“.

Dann zog es uns Richtung Rheinufer. Die Drohnenshow sollte gleich beginnen.

Um es abzukürzen: Ein stummes Lichtermeer am Himmel, das leider nicht ganz den Charme eines echten Feuerwerks erreichte – aber dennoch, begleitet von kollektivem „Oooh“ und „Aaahh“, ein Stück weit Faszination auslöste. So viel technischer Firlefanz hatte schon seinen Reiz.

„Da sieht man mal, dass man Drohnen auch sinnvoller einsetzen kann als für Kriege“,

scherzte Locke trocken.

Als der Zauber vorbei war, übernahm Eckhard wieder die Führung:

„Wir müssen unbedingt noch in das Zelt, wo wir eben gegenüber Bier getrunken haben. Und ins Uerige-Zelt!“

Von da an verlief der Rest des Abends zwischen Tanzen, Pausenbierchen und kleinen Unterhaltungen. Immer wieder raunte Locke dem umtriebigen Eckhard hinterher:

„Eckhard, nun stress doch nicht so!“

Der wollte nämlich immer mittendrin sein, statt nur dabei. Zwischendurch gab’s auch mal einen netten Plausch mit der Bedienung – oder Eckhards ewige Versuche, mich zu verkuppeln:

„Aaron, guck mal die da – die wär doch was für dich!“,

lachte er in seiner niemals müden Art. Ich grinste höflich und wechselte das Thema auf Mettbrötchen.

Schließlich wurden wir von Lockes Sohn abgeholt, der uns sicher nach Hause brachte.

Schon amüsant, wie dieses Spiel unter Freunden läuft: Locke zischte genervt:

„Nun kommt doch mal her – mein Sohn ist gleich da!“

während Eckhard und ich noch mit zwei Laternendamen scherzten, die offenbar ebenfalls auf irgendeine Form von Abholung warteten. Ich hoffe, sie wurden fündig.

Es war ein schöner Abend – für mich ein Stück weit zurückgewonnene Normalität.

Und eine Erinnerung daran, dass die besten Geschichten nicht geplant sind – sie stolpern einfach in dein Leben, oft mitten zwischen Currywurst, Drohnenshow und Menschen, die dein Chaos schon lange kennen.

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