Sozialanamnese à la Amt

Wenn Fakten zu Fiktionen mutieren

Hier ein Auszug aus einem psychologischen Gutachten, das mich offenbar für zu begriffsstutzig hält, um meine eigene Geschichte richtig wiederzugeben. Zwischen halbgaren Fakten, falschen Behauptungen und absurden Verwechslungen entsteht das Portrait eines Menschen, das so realistisch ist wie ein schlechter Witz.

Im Folgenden zerlege ich diese unglaubliche Aneinanderreihung von Fehldeutungen – und zeige, wie aus lebendiger Realität eine bürokratische Farce wird.

hier also der Auszug aus meinem Gutachten: 

Sozialanamnese – Kommentare und Reaktionen

Der Betroffene wurde zunächst zu seiner Sozialamnese befragt. Er berichtet, dass er in Düsseldorf geboren und aufgewachsen ist. Er hatte zwei Geschwister, die bereits verstorben sind. Die Eltern sind auch verstorben. Der Betroffene berichtet, dass er das Abitur gemacht hat und eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. Er hat an einer Druckerpresse für 3,5 Jahre gearbeitet. Seit einem Jahr hat er keinen Job mehr. Er hat kein Einkommen und lebt vom Betteln auf der Straße. Er ist krankenversichert. Wie er diese bezahlt, weiß er nicht. Der Betroffene berichtet, dass er von 22 bis 26 verheiratet war. Als ihm gesagt wird, dass das Jahr 2026 noch nicht erreicht ist, sagt er, dass er zweimal verheiratet war, von 2000 bis 2006 und von 2009 bis 2016. Kinder hat er nicht mehr. Die sind alle gestorben. Der Betroffene wurde damit konfrontiert, dass in der Akte steht, dass seine Eltern noch am Leben seien, so wie seine Kinder. Dann sagte er, das stimmt alles nicht. Für ihn seien alle verstorben. Seine Geschwister, Kinder und seine Eltern. Eine fester Wohnsitz hat er. Das ist auch sein Eigentum. Wer den Nebenkosten bezahlt, weiß er auch nicht. Das interessiert ihn auch nicht. Das muss einer der verstorbenen Mitglieder seiner Familie übernehmen.

und hier meine Kommentare: 

„Der Betroffene wurde zunächst zu seiner Sozialanamnese befragt.“

Es ist eine Unverschämtheit, einen Menschen, der bei klarem Verstand ist, durch ein solches psychologisches Gutachten regelrecht an die Wand zu nageln – durch Falschbehauptungen, durch Verzerrungen, durch die gezielte Darstellung, als sei man geistig verwahrlost oder gar verblödet.

So etwas hat nichts mit Diagnostik zu tun – das ist Stigmatisierung auf dem Rücken der Schwächeren.

„Er berichtet, dass er in Düsseldorf geboren und aufgewachsen ist. Er hatte zwei Geschwister, die bereits verstorben sind. Die Eltern sind auch verstorben.“

Kommentar:

Es ist weiterhin eine Unverschämtheit, meine Aussagen so darzustellen, als hätte ich eine fremde Sprache gesprochen. Wie beim Telefonjoker: Man weiß nicht, ob das Problem bei der Leitung oder beim Hörer liegt.

Entweder war der beauftragte Psychologe ein sprachlicher Quereinsteiger oder so tief im System indoktriniert, dass bei der Lektüre dieses Gutachtens einem nur noch die Kinnlade runterfällt.

Was dort angeblich „widersprüchlich“ wirkt, war in Wahrheit sehr klar – nur eben nicht im Raster der Erwartungshaltung.

„Der Betroffene berichtet, dass er das Abitur gemacht hat und eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. Er hat an einer Druckerpresse für 3,5 Jahre gearbeitet.“

Kommentar:

Die Aussage von mir, dass ich über 20 Jahre in der Druckerbranche gearbeitet habe, wurde verkürzt und entstellt wiedergegeben. Die Formulierung in Anführungszeichen „Druckerpresse für 3,5 Jahre“ wirkt wie ein Zitat aus dem Zusammenhang oder gar ein Witz 

„Der Betroffene berichtet, dass er von 22 bis 26 verheiratet war. Als ihm gesagt wird, dass das Jahr 2026 noch nicht erreicht ist, sagt er, dass er zweimal verheiratet war, von 2000 bis 2006 und von 2009 bis 2016.“

Kommentar:

Die Angaben über die Jahre, wie und wie lange ich verheiratet war, entbehren ebenfalls jeglicher Grundlage. Ich habe diese Daten stets klar und eindeutig benennen können – gerade weil die Lebensphasen mit meinen Ex-Frauen sehr prägend und mit konkreten Einschnitten verbunden waren. Solche Angaben sind mir jederzeit präsent und stammen nicht aus Verwirrung, sondern aus Erinnerung.

„Kinder hat er nicht mehr. Die sind alle gestorben.“

Kommentar:

Und wer kennt sie nicht? Die Aussagen wie „Du bist für mich gestorben.“

Genauso habe ich dem Psychologen gegenüber mitgeteilt, dass meine Familie für mich gestorben sei.

Das hat nichts mit einer tatsächlichen Realität zu tun, also dass ich glaube, sie lägen alle unter der Erde.

Es ist vielmehr Ausdruck meiner Wut – Wut über Engstirnigkeit, Ausgrenzung und schwachsinnige Unterstützungsmaßnahmen.

Deshalb habe ich meine Familie zu dieser Zeit einfach nicht mehr ernst genommen.

„Ein fester Wohnsitz hat er. Das ist auch sein Eigentum. Wer den Nebenkosten bezahlt, weiß er auch nicht. Das interessiert ihn auch nicht. Das muss einer der verstorbenen Mitglieder seiner Familie übernehmen.“

Kommentar:

Ich habe deutlich gemacht, dass es mir nicht egal ist, wer die Hausnebenkosten bezahlt.

Ich bin der Meinung, dass aufgrund des extremen Reichtums innerhalb meiner Familie und meiner Arbeitslosigkeit die Nebenkosten für die abgezahlte Wohnung ja wohl irgendwie beglichen werden könnten.

Fazit: Willkommen im Irrenhaus der Bürokratie

Was hier als Sozialanamnese verkauft wird, ist nichts anderes als ein amtlicher Rundumschlag gegen Vernunft, Wahrheit und Würde. Ein Paradebeispiel dafür, wie mit einem Federstrich ganze Lebenswelten zerpflückt, entstellt und in schlichte, beleidigende Klischees gepresst werden.

Offenbar braucht es keinen Realitätscheck mehr, wenn der Stempel „psychologisch“ draufklebt. Da werden Fakten gebogen, Erinnerungen ignoriert und menschliche Komplexität auf banale Vorurteile reduziert – alles unter dem Deckmantel professioneller Diagnostik.

Ich frage mich: Wer schützt hier eigentlich wen? Denn so läuft das System Gefahr, nicht nur Leben zu verfehlen, sondern sie aktiv zu zerstören.

Ein Kommentar

  1. Und dann wohnen sie da, in diesen Neubauten – irgendwo zwischen Kirche, Stadtgarten, Supermarkt und Ballonladen – und lassen sich den Schwachsinn fürstlich bezahlen.
    Verwalten Leben, die sie nicht leben. Bewerten Realitäten, die sie nicht aushalten würden. Und schreiben sich dabei selbst in eine Welt, in der sie immer recht behalten – weil sie das Protokoll führen.

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